Johann Georg Pfeiffer

vulgo Weisbrods Han-Görg

Pfeiffer

Sein Vater Johann Philipp Pfeiffer war mit dem Hessen-Kasselischen Militär in Amerika, diente anschließend als Husar bei den Preußen und lebte bis zu seinem Tode als Vagabund. Seine Mutter Gertraud Brandeck aus Lingelbach, zog ebenfalls im Lande umher. Er hat noch 3 Brüder: Johann Heinrich, Johannes (angeblich Soldaten) und Johannes Balthasar.

Mit 27 Jahren, im Herbst 1811, wurde Johann Georg Pfeiffer festgenommen und am 21. Okt. 1811 nach Gießen ins Gefängnis eingeliefert. Schon einmal, im Jahre 1810, war er in Fulda festgenommen worden, konnte jedoch in der Walpurgisnacht (30. April) desselben Jahres ausbrechen. Von Natur aus hatte er ein weiches Herz und Gemüt, aber die Armut hatte ihn zum Verderben geführt. So leichtsinning er ansonsten war, standen ihm bei seiner Vernehmung öfters Tränen des Schmerzes und der Reue in den Augen. "Als ich klein war", sagte Pfeiffer zum Inquirenten, "bettelte ich. Als ich herangewachsen war, schämte ich mich zu betteln. Die Leute gaben mir nicht mehr reichlich, sie meinten, ich könne arbeiten. Arbeiten aber war meine Sache nicht; ich mußte also stehlen. Ich wollte gerne gut leben; und darum mußte ich viel stehlen. Dieses viele Stehlen bringt mich nun ins Verderben." (nach Grolmann)

Signalelement

1784 angeblich in Maar geboren, 5 Fuß 4 Zoll groß, hat schwarze Haare und Augenbrauen, braune Augen, gewöhnliche Nase und Mund, rundes Kinn. Er hat einen Fehler am linken Auge, am rechten Arm über dem Ellenbogen eine 1 ½ Zoll lange Narbe und unter derselben noch eine kleine.
Er ist ein Bruder von Johann Balthasar Pfeiffer, hat mit seiner Beischläferin, Elisabeth Rübner (Tochter eines Wollspinners in Hersfeld), eine Tochter namens Gertraud, welche ungefähr 22 [*1799] Jahr alt und blond von Haaren ist.
Er zog sonst als Knopfmacher umher, nährte sich aber vorzüglich als Gauner vom Diebstahl, den er hauptsächlich auf dem Vogelsberge trieb.

Nachdem er im Jahr 1810 zu Fulda ausgebrochen war, wurde er im Herbst des folgenden Jahres von neuem arretiert und nach Giessen gebracht, wo er seine Strafe empfangen.


1. Tuch-Diebstahl zu Rixfeld
2. Diebstahl zweier Geisen und eines Bocks zu Radmühl
3. Diebstahl mit Einsteigen und Einbruch auf dem Wasemichshof bei der Ziegelhütte, im Kahlgrund
4. Esels-Diebstahl auf der Lepper-Mühle im Buseckertal, mit Einbruch
5. Schaaf-Diebstahl aus dem Pferch bei Ermenrod
6. Qualifizirter Diebstahl bei Höckersdorf
7. Tuch-Diebstahl auf dem Hof Vitmes
8. Qualifizierter Braukessel-Diebstahl zu Freiensteinau
9. Großer Diebstahl mit Einbruch zu Gedern
10. Großer Diebstahl zu Kerbersdorf (Großherzogtum Frankfurt)
11. Qualifizirter Diebstahl zu Vollmitz, ohnweit von Schlüchtern
12. Versuchter Einbruch auf der Gerlachs-Mühle ohnweit Vollmitz, vollzogener Gänse-Diebstahl daselbst
13. Einbruch zu Ahl, zwischen Steinau und Saalmünster
14. Versuchter Einbruch bei einem Krämer zu Mittelsinn
15. Einbruch zu Obersinn
16. Versuchter Einbruch auf einer Mühle bei Obersinn
17. Diebstahl dreier Schaafe bei Joh. Kaspar Lehmig zu Nieder-Seemen
18. Einbruch zu Burgjoß, Departements Aschaffenburg
19. Schaaf-Diebstahl zu Marborn mit Einbruch
20. Diebstahl zweier Schaafe zu Ahl
21. Geisen-Diebstahl zu Bermuthshain
22. Diebstahl zweier Esel auf der Trümper-Mühle bei Neustadt (Breuberg)
23. Einbruch und tentirter Kessel-Diebstahl zu Ober-Breidenbach
24. Versuchter Ferkel-Diebstahl auf der Grundmühle daselbst
25. Vollzogener Diebstahl eines Waschkessels allda
26. Versuchter Einbruch zu Boppenrod im Fuldischen
27. Einbruch zu Hauswurz
28. Diebstahl von 4 Schaafen zu Holzmühl
29. Diebstahl eines Siedkessels zu Weitershain auf der Rabenau, mit Einbruch
30. Einbruch und Kessel-Diebstahl zu Klein-Eichen, Gericht Ober-Ohmen
31. Kessel-Diebstahl mit Einbruch zu Wettsaasen
32. Tuch-Diebstahl zu Niedenhausen, A. Grebenau modo Alsfeld
33. Diebstahl von Kleidungsstücken zu Schlitz
34. Concurrenz zur tentirten Aushebung eines Pfarrers 1,5 Stunden von Hartmannshain (wahrscheinlich Pfarrer Löber zu Breungeshain)