Caspar Rupprecht vulgo Schwarzer Caspar

Caspar Rupprecht soll zu Flieden bei Fulda geboren sein. Er ist ein Bruder des Johannes Rupprecht.

Er hatte wegen Diebstahls schon mehrere Male Strafe erlitten, als er im Jahr 1808 mit LEISTENSCHNEIDER [vulgo Jägerchen] wegen Ermordung des Schumachers Heinrich WINTER aus Melsungen von neuem verhaftet, in Kassel vor Gericht gestellt und im März 1809 zur Strafe des Schwerts verurteilt wurde, welche Strafe denn auch am 22. April [1809] an ihm und seinen Mordgenossen vollzogen worden ist.

weitere Verbrechen

Als Mitglied der Bande des Liborius Pollmann (auch Niederhessische oder Diemel-Bande) war er an folgenden Verbrechen beteiligt:

August 1808 - Diebstahl bei Lorenz ELLERKAMP zu Homberg
September 1808 - Kaffeediebstahl zu Großenenglis


Er hat mit Engel Marie HORN einen Sohn, namens Johann Paul erzeugt.



Bei [1] findet man über sie widersprüchliche Angaben :

Anna Barbara Elisabeth Horn (no. 419)

Sie ist 44 Jahre alt [*1777], geboren in Verna (Kurhessen, heute Schalm-Eder-Kreis, PLZ 34621). Hat schwarze Haare, hohe Stirn, schwarze Augenbrauen, graue Augen, aufgeworfenen Mund und spitzes Kinn.
Sie war die Zuhälterin des Caspar Rupprecht (no.69 des Buches), mit dem sie auch 1807 in Cassel saß, wo sie nach abgeschworener Urphede des Landes verwiesen wurde. Im Jahre 1809 wurde sie in Gesellschaft des Johann Adam Wenderoth von neuem verhaftet und nach Cassel gebracht, dort aber vom Instructions-Richter ohne Weiteres wieder entlassen.

Sie hatte damals 4 Kinder bei sich, als 1) Catharina, 10 Jahre alt; 2) Hans Martin, 7 Jahre alt; 3) Johannes, 2 ½ Jahre alt und 4) Alexander ½ Jahre alt. Ihrer Angabe nach war sie damals mit einem Kerl, Heinrich Feldbusch, umhergezogen.


Engel (Angelica) Maria Horn (no.420)

Sie ist 48-50 Jahre alt [*1771-1773] und in Oberntudorf [33154 Salzkotten] geboren, ist klein von Statur, hat eine kleine Stirn, graue tiefliegende Augen und einen großen dicken Mund mit breiten Zähnen. Sie ist eine Schwester der Vorgehenden und zog ehemals mit Alexander MÜLLER als dessen Beischläferin umher. Sie saß 1811 in Cassel, wo sie im März 1812 wieder entlassen wurde.




[1] SCHWENCKEN, KARL PHILIPP: Aktenmässige Nachrichten von dem Gauner- und Vagabundengesindel. Sowie von einzelnen professionierten Dieben, in den Ländern zwischen dem Rhein und der Elbe, nebst genauerer Beschreibung ihrer Person, Original gedruckt in der Hampeschen Buchdruckerey, Cassel, 1822, 656 S. Marmorierter Pappband der Zeit mit rotem Rückenschild. Erste und einzige Ausgabe.